Über La Celestine
Picassos Radierungen zur „Celestine“
Das komplette Werk von 66 Einzelradierungen aus Picassos letztem illustriertem Buch „La Celestine“, deren Drucklegung fast 5 Jahre in Anspruch nahm, können wir ihnen präsentieren und anbieten!
Picasso schätzte die in der spanischen Literatur höchst einflussreiche, tragisch endende Liebesgeschichte von Calisto und Melibea, die nach ihrer „Heldin“, der alten Kupplerin Celestine, benannt ist. Im Jahre 1968 schuf Picasso für die Neuauflage des Buches insgesamt 66 kleinformatige Grafiken und zeigt dort Musketiere mit Halskrause, Perücke, Schnurrbart und Florett, aber auch alte Glatzköpfe bemühen sich um junge Frauen, die von der Kupplerin Celestine streng bewacht werden.
Picasso benutzt dabei zum ersten Mal die Verbindung der Techniken der Aquatinta und der Radierung in folgender Weise: Einerseits malt er mit Zuckerlösung auf die nicht entfetteten Kupferplatten – auf denen der Zucker sich zusammenzieht und nebeneinanderliegende Tröpfchen bildet - um Durchsichtigkeit und Schattierungen zu erreichen. Andererseits behandelt er die zuvor mit Radiernadel und Schaber gezeichneten Figuren mit einem benzingetränkten Wattebausch. In beiden Fällen gelang es durch unterschiedliche Ätzungen, alle Nuancen der Radierung wiederzugeben, und es offenbarte sich darin Picassos meisterhafte Technik.
Das handgeschöpfte Papier wurde in der Auvergne speziell für Picasso angefertigt, Struktur, Gewicht und Farbe lassen die kleinsten Einzelheiten der Radierung und die Feinheit der Typographie zur Geltung kommen.
Die Fabel der Celestine ist einfach und linear durchgeführt. Calisto, ein junger Mann, vornehmer Herkunft, verliebt sich in Melibea, die einzige Tochter einer reichen Familie. Da Melibea das Liebeswerben Calistos ablehnt, rät ihm sein Diener Sempronio, die Vermittlungskünste Celestines, einer alten Kupplerin zu Hilfe zu nehmen. Geführt von Celestine beuten Sempronino und dessen Freunde jedoch den verliebten Calisto aus. Die listenreiche Kupplerin schafft es, die Liebe Melibeas zu Calisto zu wecken, wird aber wegen ihres Geizes von Sempronino ermordet. Calisto kommt durch einen Sturz zu Tode und Melibea stürzt sich vom Turm ihres elterlichen Hauses.
Die 400 Exemplare des Buches aus Papier „Canton“ der Papiermühle Richard de Bas, mit Wasserzeichen „La Celestine“ wurden von Picasso handsigniert. Die Auflage setzt sich wie folgt zusammen:
350 Exemplare von 1 – 350
30 Exemplare außerhalb des Handels I – XXX
18 Exemplare mit namentlicher Widmung
2 Exemplare als „dépot légal“
Die Typographie – Handsatz in der 10-Punkt-Garamont – stammt von Fequet et Baudier. Nach dem Druck der Radierungen auf der Handpresse des Verlegers wurden alle Platten gestrichen, ein Nachdruck ist somit ausgeschlossen!
Bei den ausgestellten und zur Verfügung stehenden Radierungen handelt es sich um das Exemplar Nr. 56.
Da nur das Buch von Picasso signiert ist und nicht die einzelnen Radierungen, wird jeder Radierung eine Expertise mit Fotokopie der Buchsignatur von Pablo Picasso beigefügt.
