Der Künstler Pablo Picasso

Ja, auch Ihnen ist sicherlich Pablo Picasso bekannt, weil er zu den wichtigsten und berühmtesten Künstlern des 20. Jahrhunderts zählt.

Der am 25. Oktober 1881 in Malaga geborene Künstler hat es zu Ruhm und Ehre gebracht, weil er aus eigner Kraft und gegen den Willen seines Vaters, seinen eigenen Kunststil geschaffen hat.

Picasso war ein Naturtalent und mit 14 Jahren der jüngste Student an der Kunstakademie „La Llotja“ in Madrid, die er aus gesundheitlichen Gründen ( Scharlach ) aber auch deshalb verlassen hat, weil er mit den Lehrmethoden seiner Dozenten ( wozu auch sein Vater gehörte ) nicht einverstanden war.
Picasso setzte früh eigene Maßstäbe und war gemeinsam mit Georges Braque der Begründer des „Kubismus“ .
Bis dahin hatte Picasso, wie viele andere Künstler auch, eine große Durststrecke zu überwinden, die ihm viel Energie, Willenskraft und Durchhaltevermögen abverlangte. Er lebte und arbeitete in ärmlichsten Verhältnissen.
Erst als die Kunstsammlerin Gertrude Stein auf Picasso aufmerksam wurde und anfing, seine Werke zu sammeln, verbesserte sich die Lebenssituation von Picasso. Dennoch arbeitete er noch länger als ein Jahr in dem heruntergekommenen Atelierhaus „Bateau Lavoir“ in Paris, wo er zusammen mit seiner damaligen Freundin und Muse Fernande Olivie wohnte.

Von anfänglich realistischen Bildern und Zeichnungen, über seine „Blaue – und Rosa – Periode“ , dem Kubismus, die Zeit mit surrealistischen Einflüssen, bis hin zur Abstraktion, entwickelte Picasso seine Kunst weiter und gilt heute als Vorreiter vieler Kunstepochen.
Picasso war in seiner Entwicklung oft vielen Künstlern voraus und brachte es, auch mit Hilfe seines Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler zu Weltruhm.
Zu seinen Wegbegleitern gehörten u.a. große Künstler, wie Henri Matisse, Georges Braque, Paul Cézannes und Juan Gris, wobei Henri Matisse der einzige lebende Künstler war, den Picasso als ebenbürtig ansah und den er respektierte.

Über die Malerei und Bildhauerei hinaus hatte sich Picasso aber auch intensiv mit der Druckgrafik beschäftigt. Das grafische Werk Picassos ist riesig und hat ebenfalls weltweit große Anerkennung gefunden.

Am 8. April 1973 starb Pablo Picasso in seinem Haus in Mougins, nördlich von Cannes.
Das Schloss „Vauvenargues“ bei Aix-en-Provence, welches Picasso 1958 erwarb und in dessen Garten er begraben liegt, diente ihm hauptsächlich als Lagerstätte seiner Kunstwerke.

Neben 1.885 Gemälden, ca. 12.000 Zeichnungen, ca. 1.200 Skulpturen und ca. 2.800 Keramiken hat Picasso auch eine Vielzahl von Grafiken geschaffen, zu denen auch die Radierungen der Illustration zu „La Celestina“ gehören.
Diese 66 Original - Radierungen sind Bestandteil des Buches von Fernando de Rojas und werden nur selten einzeln im Kunsthandel angeboten.
Das Buch selbst, mit dessen Vertrieb die Galerie Beyeler in Basel betraut wurde, war innerhalb kürzester Zeit - nach dessen Erscheinung im Jahre 1971 - vergriffen. Es war die letzte Bucherscheinung, die noch von Picasso persönlich signiert wurde.

Michael Oehler